Sonntag, 31. Mai 2015

Die Villen und Gärten der Toskana

Ich war noch nie in der Toskana. Und gleich gar nicht mit einer Busreisegesellschaft. (Meine Güte - ist man schon sooo alt?) Aber das Angebot war zu reizvoll: eine Studienreise mit dem Kreisverband Landschafts- und Gartenbau Hassberge. Um es vorweg zu nehmen: mit dem Bus und der Reisegesellschaft ließ es sich gut leben. Nur selten hatten wir das Gefühl, man möchte sich mal aus der Truppe ausklinken. Und das lag sicher an den echt netten Gartenliebhabern und dem tollen Reiseprogramm. Mit uns unterwegs ein Freund, der Biologe ist, das öffnet einem ja die Augen noch auf eine ganz andere Art und Weise.
Was haben wir nicht alles gesehen! Der Sommer fing gleich hinter der österreichischen Grenze an. In Bozen - unserem ersten Halt - waren 29°C! Von dort ging es bei herrlichem Wetter hinein in die toskanische Landschaft mit ihren Pinien und Zypressen.


Gewohnt haben wir in Montecatini in einem Hotel mit wahrhaft morbidem Charme. Das ist die Decke im Speisesaal


Die wunderbare Stadt Lucca mit ihren alten Gassen und Plätzen. Im Botanischen Garten von Lucca steht eine beeindruckende Vielfalt an Kamelien.


Neulich gab es bei Marianne ein Bild vom Dom zu Lucca, ein imposantes Gebäude mit einem freistehenden Giebel. Schwindelerregend fand ich allerdings die rückwärtige Ansicht mit einer Freitreppe der etwas anderen Art!


Lucca hat eine umlaufende massive Stadtmauer, auf der man unter Bäumen Lustwandeln kann und den Blick in die Stadt genießen.


Der anstrengendste Tag war wohl die Fahrt nach Florenz. Meine Güte! Was wollen all die Menschen in Florenz! Das ganze Weltkulturerbe zeige ich Euch hier nicht, aber Rande des Geschehens gab's auch 'was zum Schmunzeln:


da folgt man doch der Aufforderung gern!


Zum Glück war unser Stadtrundgang nicht das einzige Ziel der Reise, sondern wir haben uns den Renaissance-Garten der Boboli angesehen und die umliegenden Villen mit ihren Parks. Die Sammlungen von Zitrusgewächsen in Terracotta-Töpfen, die von Menschen mit richtig Geld vor Jahrhunderten angelegt wurden, fand ich schon beeindruckend.



Die Gärten haben erstaunlich wenig Blumen. Das ist typisch für die Renaissance-Gärten. Sie lebten von der mathematischen Strenge. Das ist ja Geschmackssache und Zeitgeist.


Dafür haben sie sich mit ihrer Kamelienzüchterei dann ausgetobt, die Familien Medici und Konsorten. Die eigentliche Kamelienblüte war ja vorbei, aber die "Nachzügler" an den Bäumen und Sträuchern haben auf uns gewartet.


Immer wieder trifft man die bei uns nicht heimischen Libanon-Zedern (Cedrus libani), die immergrünen Magnolien (Magnolia grandiflora) und natürlich die überall wild wachsenden Steineichen (Quercus ilex). Letzte trägt ihren botanischen Namen, weil ihre Blätter fast so aussehen, wie die Ilex-Blätter, eine Verwandtschaft zur Eiche ist ihnen nicht anzusehen. Aber auch jede Menge andere seltsame Pflanzen...


Die Reise war auf Gärten und Parks ausgerichtet. Sie war gut organisiert und hat uns auch in Gärten geführt, die eher "halböffentlich" sind, die Villen in den parkähnlichen Gärten oft von ihren Besitzern tatsächlich bewohnt, das Tor verschlossen. Ist schon nett, wenn so ein Eigentümer persönlich das Tor öffnet und seinen Garten zeigt (stundenlang - diese Gärten sind groß!) Man spürt den Stolz und die Freude daran und oft die jahrhundertalte Familientradition. Staunen, dass die deutschen Gartenfreunde kommen, um bestimmte Bäume zu sehen und die Zitruspflanzen zu begucken.


Die buchsgesäumten Flächen finde ich schon klasse, auch wenn man das im eigenen Garten so nicht haben möchte.


Siena hat mir auch sehr gut gefallen. Die Stadt ist witzig mit ihrer Stadtteiltradition. Pferderennen war ja gerade nicht, aber der Platz, wo sie stattfinden, ist auch so schon ganz schön voll!


Erstaunt habe ich von der uralten Babyklappe gehört, wo schon seit dem frühen Mittelalter Babys anonym abgegeben werden konnten und auf Kosten der Stadt aufgezogen wurden - sicher auch kein Zuckerschlecken, aber vielleicht die einzige, wenn auch winzige Überlebenschance...


Wenn auch das Programm dicht war - für ein Gläschen Toskanischen Rotwein oder einen Italienischen Caffè Latte blieb immer Zeit! Abends brauchte man im Straßencafè schon ein Jäckchen und die türkisfarbenen Sandalen habe ich hier auch nicht mehr an, aber die Tasche war dabei!


Natürlich haben wir auch Carrara gesehen mit seinem schneeweißen Marmor


und auf der Rückreise dann die schneeweißen Alpen!


Aber wir hatten in dieser Woche wunderbares Sommerwetter - Herz, was willst Du mehr....

Freitag, 29. Mai 2015

"Grüne Woche" beim Frühjahrsputz im Stoffregal: Schlampermäppchen und das Quilten mit der Janome 8900

Bei Christine ist er mir wieder mal begegnet, dieser Schnitt für so ein halbrundes seltsam geformtes Schlampermäppchen. Die "Grüne Woche" ist dafür gerade recht, das wollte ich schon immer mal probieren. Außerdem sind ja noch jede Menge grüne Schnipsel da! Und außerdem will ich ja das Quilten an der neuen Janome 8900 erforschen. Jede Menge gute Gründe... Also los!
Zuerst habe ich den schmalen Obertransport (der lag da gerade, man hätte genauso gut - oder besser? - den breiten nehmen können) angebaut mit dem VD-Füßchen (die Füßchen haben alle eingravierte Kennungen).
Als Vlies habe ich mir eine Schichtung gelegt aus 1 Lage dünnem Putztuch vom L*dl und 1 Lage Baumwollvolumenvlies 277 (da liegen hier noch Reste von einem Quilt). Darauf habe ich direkt die kleinen grünen Schnipsel von meinem Restehaufen aufgesteppt, manche vorher (an der alten Nähmaschine!!) zu Reihen zusammen genäht.
Durch den extrahohen Füßchenhub der Janome war es kein Problem, das rundum rausspitzende, noch "nackte", hohe Volumenvlies unter die Maschine zu bekommen, ohne dass sich das Vlies im Füßchen verfitzt. Entstanden ist ein Top in prima fester Qualität. Und die Leistung des Obertransports hat mich wieder begeistert. Ich habe nichts gesteckt, es verschiebt sich nichts - einfach Klasse!


Passende Form zuschneiden, Reißverschluss ran, Pünktchenfutter dagegen, untere Naht schließen. Genäht ist das Teilchen dann echt fix. Allerdings ist das gesteppte Material am RV ziemlich dick. Da bewährt sich der Schiebeschalter für die Nähgeschwindigkeit, den man während des Nähens verschieben kann und den ich bei den Rundungen auf echt "langsam" schiebe.


So konnte ich z.B. diese schmalkantige Naht prima der Rundung anpassen, obwohl es da recht "dick" zugeht.


Die innere Naht habe ich mit einem Schrägstreifen versäubert. Fertig!


Weil das so gut ging, habe ich gleich noch eins hinterher genäht. Dieses Mal habe ich den Oberstoff mit Futter und dem RV direkt miteinander vernäht. Gewendet und in die halbrunde "Tasche" ein passendes Stück von dem Volumenvlies lose eingelegt.  
Füßchen wechseln: Quiltfuß mit der geschlossenen Öse angebaut.
Stichplatte wechseln.
Transporteur versenken.
Das ist prima bei der Janome. Sie macht im Display eine Ansage von den Dingen, die man nicht vergessen darf. Und dann los:


Dem Stoffmuster folgend habe ich freihand ein Muster wirre Kästchen gequiltet. Ich bin blutige Anfängerin. Man sieht es! :-)
Die Gleichmäßigkeit lässt noch mächtig zu wünschen übrig. Aber auch hier ein prima festes Ergebnis. Gemacht habe ich das Ganze immer noch mit Nähgarn, weil ich als Nicht-Quilterin auch nicht Quiltgarn im Haus habe. Aber da ist ein Päckchen an mich unterwegs.... :-)



Das Täschchen hat eine interessante Form, es geht vorne sehr schön weit auf, so dass der Überblick in den Kram gut ist.


Auch für eine Brille wäre es geeignet, könnte dafür aber etwas kleiner sein. 


Ob sich diese Form allerdings in einer Tasche bewährt oder ob das Teilchen immer zerknietscht aussieht, muss man sehen.


Hier sind jedenfalls beide zusammen:





Verlinkt bei: Emma

Schnitt: Freebook von Himbeerkamel
Stoff außen: das eine ausschließlich vom grünen Restehaufen, der Kästchenstoff ist auch aus dem Bestand
Futter: Alfatex, Buttinette
Vlies: Putztuch mit 277er Freudenberg
Gewicht: beide zusammen 51 Gramm

"Grüne Woche" beim Frühjahrsputz im Stoffregal

Bei Emma ist diese Woche "Grüne Woche" beim Frühjahrsputz im Stoffregal. Da bin ich doch gern dabei. Hier seht Ihr meine beiden grünen Stoffkisten, auf die linke passt schon lange kein Deckel mehr, da liegt ein ganzer Stapel obendrauf. Und die grünen Uni's sind noch in einer ganz anderen Kiste....


Kritischer für die Ordnung ist aber dieser lose Haufen, der sich noch seit dem "Efeuquilt" hier in einem Utensilo herum treibt. Damit fange ich jetzt mal an!


Die längsten Streifen ergaben gemeinsam mit einem grünen festen Dekostoff (der untere Rand eines gekürzten Vorhangs - ich kann ja nix wegwerfen...) ein kleines, feines Kosmetiktäschchen. Das ist viel grüner als hier zu sehen, aber wie immer beim Fotografieren: Grün und mein Fotoknipser mögen sich nicht so...


Beim Ausschneiden der unteren Ecken entstehen natürlich wieder neue Reststücke! Und man kann ja nix wegwerfen!


Also hat die Innentasche einen kuntergrünen Streifen bekommen... (Mitternachtsfoto)


Nun habe ich doch glatt ganze drei Stoffstücke in etwa A4-Format aus meinen grünen Stoffkisten 'rausgenäht! So wird das nicht wirklich was mit dem Stoffabbau, da müsste ich schon noch so etwa 100 Kosmetiktaschen folgen lassen... Diese wandert jedenfalls erst mal in meine Kiste für den Basar zum nächsten Orgelmarkt.


Verlinkt bei: Emma

Schnitt: Lillesol  & Pelle (verkleinert auf 75%)
Stoff: alles vom Restehaufen und Futter aus dem Bestand...:-)
Gewicht: 59 Gramm

Donnerstag, 28. Mai 2015

Mai-Treffen von Gail Pan und Octablom

Und wieder treffen zwei inzwischen alte Bekannte aufeinander: das Gail Pan Projekt und der Octablom. Die beiden verstehen sich prima, passen einfach perfekt zueinander. Auch in diesem Monat sind ein paar Blöcke dazu gekommen:

Ein Vogelhäuschen auf der Wiese


Ein neuer Schmetterling

 

Eine Pflanze mit einer sehr detaillierten Artenbeschreibung :-)



Bei der habe ich das Mittelteil durch ein Applikationsshape gefüllt, das gefällt mir persönlich richtig gut. Und eine neue Blumenvase ist auch noch geworden:

 

Außerdem gibt es ein neues Applikationsmuster vom Octablom, das ich noch nicht genäht hatte:


 

Zusammen genäht habe ich dieses Mal auch wirklich ordentlich etwas (obwohl hier noch lose Teile dabei sind), denn das Projekt war mit mir auf Reisen! Wir haben eine Busreise in die Toskana gemacht. Und da konnte ich unterwegs prima nähen. Jedenfalls sieht das Teil im Moment so aus:



Und nun habe ich noch eine kleine Überraschung für Euch! Die regelmäßigen Leserinnen konnten verfolgen, wie meine Sew-Together-Bag entstanden ist, so ganz nebenbei, während sich die Janome 8900 und ich angefreundet haben. Aber ich habe Euch immer nur eine Seite gezeigt, die andere blieb verborgen - bis heute!


Ist das nicht süß?


Ich habe das Muster aus Gail Pan's Buch in originaler Größe auf eine Fläche von 5x5 cm gestickt und eine Nähnadel dazu gebastelt.
Und hier zeige ich Euch mal, wie das mit der STB so funktioniert unterwegs:


Sie stand immer vor mir auf dem Klapptisch des vorderen Bussitzes. Alles, was ich zum Sticken, Applizieren oder Zusammennähen der Teile brauchte, war griffbereit. Das Nadelkissen ist noch nicht perfekt, es ist zu lang und ja auch nicht für die STB gemacht. Da gibt es noch Verbesserungspotential. Zwei Scheren, Blei-, Kreide- und Klebestift und die Stickgarndocken finden in den RV-Taschen Platz. Für die einzelnen Fäden hatte ich mir ja das Mäppchen genäht. Die STB ist einfach genial!


Verlinkt bei: Martina's Gail Pan SAL

Mittwoch, 27. Mai 2015

Time for Jane - C9

Oh, oh, oh, dieses Mal kam der Time-for-Jane-Zeigetag aber wieder sehr plötzlich! Nur ein einziges Blöckchen habe ich zu zeigen. Aber das ist dafür weitgereist. Es war nämlich mit mir in der Toskana... :-)
C9 - Jane's Tears


Warum Jane weint, wissen wir nicht. Ich fand den Block jedenfalls nicht zum Heulen und der schöne Stoff stimmt eher fröhlich.
In der Seitenleiste könnt Ihr die Blogs der Mitnäherinnen aufrufen, die sicher mehr Blöcke genäht haben als ich, aber: eins ist besser als keins!

Dienstag, 26. Mai 2015

"Blaue Woche" - 5 Minuten vor 12! oder der Freiarm der Janome 8900

Letzte Woche war "Blaue Woche" bei Emma's Frühjahrsputz im Stoffregal. Schade, schade, dass ich nicht da war! Da hätte ich viele Ideen und - viiiiiiele Jeans gehabt! Heute kam mir bei Katharina eine fixe Idee: da liegt doch schon so lange diese kaputte Jeans von mir. Ein Trauerspiel - noch ziemlich neu und vorne auf dem Hosenbein auf der Wiese einen Schlatz eingefangen:


Das wäre doch ein schönes Testobjekt für die neue Janome 8900! - dachte ich mir. Also los. Hinten waren jede Menge lose Fäden, die ich kurzentschlossen abgeschnitten habe.


Aus guten alten Beständen gibt es noch Repatex, ein aufbügelbares Reparaturvlies, damit habe ich von hinten den Schlitz hinterbügelt.


Dann einen passenden Stoff gesucht. Den oder den? - Den.


Die neue Janome hat einen abziehbaren Nähtisch, der nur noch einen freien Arm übrig lässt. Das ist natürlich genial für so eine nervige Beschäftigung (darum lag die Jeans bisher und lag und lag....)



Den Quiltfuß angebaut und losgelegt. Die Flicken hatte ich mit Vliesofix aufgebügelt. Und dann mit wilden Stichen aufgequiltet. Es ist mein erster Versuch und Übungsstücke mag ich nicht so sehr. Das ist hier mein Übungsstück!


Freiquilten musste sein, weil man das Hosenbein auf dem Freiarm ja nicht drehen kann. Aber man könnte tatsächlich ein ganzes Hosenbein da draufziehen - ich bin beeindruckt!


Die Flicken sind wild aufgenäht, absichtlich schief und leger, ich denke das rettet der Hose tatsächlich noch ein bisschen das Leben, macht sie zu einem echten Unikat! :-)







Und nun habe ich eine neue Hose. "Stoffabbau" kann man dazu nicht wirklich sagen, es ist eher prophylaktischer Stoffabbau, denn wenn ich diese Jeans nicht repariert hätte, wäre sie unweigerlich in meinem Stofffundus gelandet - stellt Euch das mal vor! Und deshalb darf sie fünf vor zwölf noch zu Emma - ein seeeehr zeitiges Frühstück! :-)